Physikalisch korrektes Rendering


Bis heute habe ich geglaubt, dass Mental Ray das Nonplusultra in Sachen Bildqualität und Realismus für 3D-Rendering bietet. Aber dann habe ich zum ersten Mal Bilder von Renderengines gesehen, die weder Raytracing, noch Radiosity verwenden, sondern auf dem Metropolis-Light- Transport-Algorithmus basieren. Einfach atemberaubend realistisch! Der MLT-Algorithmus berechnet das Verhalten von Licht physikalisch korrekt. Das heißt, dass je länger man rendert, das entstehende Bild immer mehr gegen die physikalisch korrekte Lösung konvergiert. Das macht es zum ersten Mal möglich, auch physikalische Effekte wie Dispersion (das Aufspalten weißes Lichts in Regenbogenfarben) ohne weitere Tricks mit einem 3D-Renderprogramm zu berechnen (siehe nebenstehendes Bild des freien OpenSource-Renderers LuxRender). Sogar Polarisation, der Einfluß von nahem Infrarot bzw. ultraviolettem Licht auf die Farben des sichtbaren Lichts, Doppelbrechung usw. sollen möglich sein.
Die meisten Renderer, die diesen Algorithmus verwenden, sind jedoch noch eher im Betastatus, mit Ausnahme des kommerziellen Maxwell Render (Diesen gibt es z.B. auch für Maxon Cinema 4D). Wer die beeindruckenden Beispiele dort gesehen hat und jetzt mehr wissen will, für den sind auch die folgenden Seiten gute Startpunkte:
Ob es irgendwann auch Spiele mit derartig realistische Grafik geben wird? Aber das sollte man dann vielleicht nicht mehr Spiel nennen, sondern eher "Matrix". ;-)

Update 21.09.2009:
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Andreas Maier
Data Alchemist

My interests include machine learning, software development, physics and mathematics

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