"Lucky Imaging" für den Durchblick

Wie bereits im Artikel über Gigapixel-Fotographie angedeutet, kann man die theoretisch mögliche Auflösung einer Kamera oder eines Teleskops (das sogenannte Beugungslimit) in der Praxis aufgrund turbulenter Störungen durch die Atmosphäre nicht erreichen. Mit Hilfe von aufwendigen adaptiven Optiken kann man diesen auch als Seeing bekannten Effekt zwar lindern, jedoch funktioniert das bisher nicht im sichtbaren, sondern nur im infraroten Bereich.
Viel einfacher scheint dagegen das "Lucky Imaging": Aus einer Serie von schnell belichteten Bildern (so schnell, dass die atmosphärischen Turbulenzen darin "eingefroren" sind), werden die mit dem besten "strehl ratio" (mehr dazu auch hier und hier) ausgewählt und digital addiert. Das Ergebnis sind Bilder, die vom Boden aus eine Auflösung erreichen, wie es sonst nur das Hubble-Space Teleskop liefert:
Das Verfahren ist kostengünstig und ist in vereinfachter Form (genannt Shift-and-add bzw. Image stagging) auch bereits in Software für Hobbyastronomen (z.B. RegiStax) verfügbar. Das scharfe Bild in diesem Artikel (verlinkt von Amateur Lucky Imaging) wurde auch mit RegiStax von Wah! (Hongkong, China) erstellt (Ein komplettes Bild des Halbmondes (35Mpx) von Wah! gibt es hier). Wirklich erstaunlich!
Aber es kommt noch besser! Während der "Recherche" zu diesem Artikel habe ich durch Zufall herausgefunden, dass das oben erwähnte "strehl ratio" zurückgeht auf Karl Wilhelm Andreas Strehl (siehe auch hier)! Und dieser Karl Strehl ist mein Ururopa! Das hat mich wirklich total verblüfft! Wie klein ist doch die Welt...
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Andreas Maier
Data Alchemist

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